Cantillon – Brauerei und Geuze-Museum in Brüssel

19. September 2019
Vor unserer Rückreise in die Schweiz haben wir einen Stopp bei der Brauerei Cantillon eingeplant. Dieser über 100 Jahre alter Familienbetrieb liegt unscheinbar in einem Wohnquartier unweit des Bahnhofs Bruxelles Gare du Midi. Also rasch das Gepäck in einem Schliessfach verstaut und die knapp 10 Minuten zu Fuss zur Brauerei. Wir haben zwar nicht mehr so viel Zeit, bis wir wieder auf den Zug müssen. Aber für eine Tour und ein Tasting sollte es reichen.

Völlig unscheinbar in einem Wohnquartier liegt die Brasserie Cantillon.

Wir gehen beinahe an der Brauerei vorbei, so unauffällig ist der Ort, wo noch traditionell Lambic-Biere gebraut werden. Das Lambic ist typisch von Brüssel und war bis Mitte des 19. Jahrhunderts das einzig in der Region produzierte Bier. Heute dominiert die Grossindustrie die Welt des Lambic und der Name dieses alten Bieres wird oft für Industrie-Lambic missbraucht. Cantillon ist eine der wenigen Brauereien, welche auf den ursprünglichen Brauprozess setzen. Und das schmeckt man in den Bieren.

Von Montag bis Samstag (ausser mittwochs) kann man zwischen 10.00 und 16.00 Uhr eine self-guided Tour machen. Man bekommt zuerst von einem Mitarbeiter eine kleine Einführung in die Geschichte der Brauerei und kann dann selbstständig durch die Brauerei, welche auch ein Museum ist, gehen. Dank einem Handout (verschiedene Sprachen erhältlich, auch Deutsch) bekommt man viele interessante Informationen über die Brauerei, die Geschichte, den Herstellungsprozess und die Produkte. Die Tour kostet € 7.- und man erhält am Schluss zwei Lambic zum probieren.

Auch beim Brauprozess zeigt die Klimaerwärmung bereits Auswirkungen. Da die Lambic traditionell hergestellt werden (offenes Kühlschiff), kann nur währen den kühleren Monaten gebraut werden. Wenn dies früher von September bis April möglich war, ist es jetzt nur noch von Oktober bis März. Den Rest des Jahres ruht die Produktion und die Lambic reifen in den Fässern, bzw werden zu Geuze und Fruchtbieren verschnitten.

Cantillon hat nicht eine sehr grosse Produktion. Dafür reicht schon der Platz nicht aus und vergrössern können sie am bestehenden Ort nicht. Cantillon produziert schöne Lambic, Geuze und Fruchtbiere, die am Besten vor Ort in der Brauerei oder einem Biercafé in Brüssel genossen werden. Aber Achtung: nicht jedem werden diese Biere schmecken, weil sie anders sind, als diejenigen Biere, welche die meisten Leute gewohnt sind. Es ist definitiv keine Industrieware; Kenner und Liebhaber werden dies schätzen.

Wir bleiben gut 2 1/2 Stunden im Tastingraum von Cantillon bevor wir wieder zurück an den Bahnhof gehen. Es war ein toller Abschluss unserer kleinen Belgien-Reise.

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