Regio Brauereitag 2021

10. Juli 2021
Die Region Nordwestschweiz ist in den letzten Jahren um zahlreiche Mikro- und Kleinbrauereien gewachsen. Am Regio Brauereitag hat man die Möglichkeit, fünf Kleinbrauereien zu besuchen, und deren Biere zu verkosten. Natürlich bekommt man auch einen Einblick in das Produktionsverfahren und verhungern muss man auch nicht. Und das allerbeste: man wird bequem im klimatisierten Bus von Brauerei zu Brauerei gefahren. Organisiert wird der Anlass vom Verein ‘Regio-Brauereien’, einem Kollektiv von Nordwestschweizer Kleinbrauereien, mit dem Ziel die regionale Bierkultur zu fördern.

Es werden zwei verschiedene Touren angeboten, die an zwei Tagen stattfinden. Und am jeweiligen Tag wird an fünf verschiedenen Orten gestartet. Wir haben uns für die Route 1/D mit Start in Muttenz/Ziel in Pratteln entschieden. So heisst es am Samstagmorgen um 10.00: Anschnallen bitte!!!

Unsere Route: Zipfelbier in Muttenz – Landskroner Bräu in Hofstetten – Chastelbach Brauerei in Himmelried – ArliBrau in Arlesheim – Hard Labor Brew in Pratteln

Bereits bei der Ankunft am Bahnhof Muttenz merken wir, dass wir nicht die Einzigen sein werden. Aus allen Richtungen treffen hochmotivierte Bierliebhaber ein. Es scheint, als würden wir uns schon alle kennen, haben wir doch ein Ziel: einen genussvollen Tag zusammen zu verbringen. Kurz vor 10 Uhr kommt der Bus von der AutoBus AG, welcher uns schnell und sicher von Ort zu Ort transportieren wird.

Bevor wir einsteigen dürfen, müssen wir uns noch mittels QR-Codes einchecken (gehört zum Schutzkonzept). Und dann geht es los. Nach einer kurzen Fahrt (knapp 1 km) erreichen wir unsere erste Brauerei: Zipfelbräu. Dort erhalten wir auch das Trinkgefäss, einen Getränke/Essens-Bezugsschein und Informationen zu den Brauereien und den ausgeschenkten Bieren.

Zipfelbräu / Ausstoss: 100 hl
Was 2009 mit einem Gutschein für einen Braukurs begann, hat sich zu einer ansehnlichen Kleinbrauerei entwickelt. Wir finden das Golden Ale, das Red Ale, das Brownie und das Summer Ale am Zapfhahn. Alle Biere sind sehr süffig und passen zu den sommerlichen Temperaturen. Ja, wir haben den richtigen Tag für unsere Tour gewählt, das Wetter ist top! Nach der langen, regnerischen Phase tut es richtig gut, die Sonne auf der Haut zu spüren. Dazu noch ein gutes Bier – was will mann/frau mehr. Damit der Magen nicht zu früh zu knurren beginnt, gibt es Weisswurst und Brezel. Und da mir ein Red Ale nicht genug ist, genehmige ich mir noch ein zweites.

1. Brotzzeit, dazu passend das Summer Ale.

Natürlich erhalten alle die wollen auch einen Einblick in die Brauerei. Uli, Braumeister aus Deutschland, beantwortet alle unsere Fragen geduldig. Zur Unterhaltung gibt es ‚Mini-Töggelikästen‘ (schliesslich ist ja noch Fussball-EM), man kann Nägel in einen Baumstamm hauen und ausserdem hören wir zum ersten mal das ‚Zipfelbier-Lied‘, welches live vom Brauerteam gesunden wird. So kommt richtig Stimmung auf!
http://www.zipfelbier.ch

Landskroner Bräu / Ausstoss: 300 hl
Nach gut 1 1/2 Stunden werden wir wieder vom Bus abgeholt und weiter geht die Fahrt nach Hofstetten. Der Verein Landskroner Bräu wurde im Oktober 2013 gegründet und aus dem kleinen Brauverein am Landskronweg (daher der Name), hat sich eine beachtliche Kleinstbrauerei entwickelt, welche nicht nur im Leimental bekannt ist. Wir werfen zuerst einen Blick in das ehemalige Milchhüsli, wo sich die Produktionsstätte befindet. Da es dort schon länger zu wenig Platz hat, wird ein Teil des Bieres auswärts gebraut und das Team von Landskroner Bräu denkt an einen Standortwechsel. http://www.landskroner.ch

Um das Milchhüsli ist kein Platz vorhanden, um unsere Gruppe mit genügend Abstand bewirten zu können. Darum gehen wir ein paar Meter weiter ins Ristorante Belvedere, wo wir im schönen, schattigen Garten Platz nehmen können. Auch hier gibt es vier Biere am Zapfhahn und ich wage mich zuerst an das Brunnette, einem Münchner Dunkel (einer meiner Lieblingsbierstile). Es schmeckt wunderbar und passt auch zum Essen (Pizza).

An unserem Tisch sitzen zwei Brauer der Schlugg Brauerei aus Lausen, welche am 14. August bei der Route 2 selber Gastgeber sein werden http://www.schlugg.ch. So fehlt es uns nicht an Gesprächsstoff rund ums Bier und das Brauen.

Mein Highlight ist das Bier-Sorbet! Als Grundlage dient das White IPA und das ausgeprägte Hopfenaroma des IPA findet sich im Sorbet wieder. Und was mir besonders gefällt ist das Bittergefühl im Abgang – einfach grossartig. Bitter macht ja schliesslich lustig, oder?


Chastelbach Brauerei / Ausstoss: 120 hl
Auch bei Landskroner Bräu vergeht die Zeit wie im Flug. Und schon geht es weiter nach Himmelried, einem Ort, der dem Himmel wirklich nah ist. (662 müM). Im ehemaligen Milchhüsli (kommt uns das bekannt vor?) kann man in wunderschöner Umgebung und weit weg vom Lärm und Verkehr ein Bier geniessen. In der höchstgelegenen Brauerei der Nordwestschweiz hat man einen herrlichen Blick aufs Tal und seit 2005 wird hier Bier gebraut. Die Braustube bzw der Biergarten haben in der Regel freitags von 17.00 bis 22.00 Uhr geöffnet (zZ Einschränkungen wegen Covid19). http://www.chastelbach.ch

Urs (Inhaber/Brauer/Lieferant) führt mich durch die kleine Brauerei mit der tollen Brauanlage und erklärt sie mir ausführlich. Unglaublich, was auf so kleinem Raum gebraut werden kann.

Wir dürfen bei ihm drei Biere verkosten: das Blond, das Amber und das IPA. Das Blond – traditionell und solid – mundet mir am Besten und mit dem IPA kann ich später die Schärfe des hervorragenden Chili con Carne löschen!

Arlibrau / Ausstoss: 150 hl
Mit etwas Verspätung geht es weiter nach Arlesheim zu Arlibrau. Diese Hausbrauerei gehört zum Culinarium, einem Restaurant mit Terrasse und Whisky-Lounge, welches von Fredy Schärmeli und Lesley Wachtler geführt wird. Toll ist: das Arlibrau ist einfach mit dem öffentlichen Verkehr zu erreichen, der Bahnhof Dornach-Arlesheim ist knapp 10 Minuten zu Fuss entfernt oder man nimmt den Bus, der direkt vor dem Culinarium hält. http://www.culinarium-bl.ch/

Auch hier haben wir vier Biere zur Auswahl, das Spezli (untergäriges Lager), ein Irish Red, ein Dunkel und das Sommerbier, welches ideal zum Wetter passt. Denn die Sonne scheint immer noch! Selbstverständlich gibt es auch bei Arlibrau wieder etwas zu essen, nämlich Kartoffelsalat mit Merguez (scharf gewürzte Bratwurst). Und selbstverständlich kann auch hier ein Blick in die Brauerei geworfen werden.

Hard Labor Brew / Ausstoss: 50 hl
Unser letzter Stopp führt uns nach Pratteln zu Hard Labor Brew, deren Motto ‚Hard Labor – Easy Drinking‘ ist. Seit 2019 braut Ivo Rutz seine Biere (Amerikanisch und Belgischer Einfluss) und konnte an der Frankfurt International Trophy bereits Preise einheimsen. So zB 2020 Gold für sein fruchtiges NEIPA oder 2021 Gold für das ausgewogene IPA – mein absoluter Liebling.
http://www.hardlaborbrew.ch

Unterdessen hat sich der Himmel verdunkelt und Gewitterwolken sind im Anzug. Darum sind wir sehr froh, dass wir drinnen sein können. Das Fabrikhallen-Ambiente tut der Stimmung keinen Abbruch. Alle sind immer noch gut gelaunt, die Promille dürften aber nicht gemessen werden. Und nun folgen noch Bier Nummer 13, 14 und 15.

Am Hahn gibt es das Blonde Ale, das Pale Ale, das IPA und das NEIPA. Und für jene, die noch Hunger haben hat es noch Älplermaggronen! Unterdessen entlädt sich ein Gewitter über Pratteln, uns kümmert das wenig, sitzen wird doch im und nicht auf dem Trockenen.

Viel Brauerei auf kleinem Raum.

Als krönenden Abschluss des Tages genehmigen wir uns noch das Imperial Stout und kurz nach 20 Uhr machen wir uns zu Fuss auf den Heimweg, denn etwas Bewegung tut uns sicher gut.
Ein spannender, super organisierter und genussvoller Tag ist zu Ende. Und die Fahrt hat uns wieder einmal gezeigt, wie wunderschön die Nordwestschweiz ist und wie interessant die Craft Bier-Szene ist.

Ein riesengrosses Dankeschön an das gesamte Team des Vereins Region-Brauereien für die ausgezeichnete Organisation, an die Fahrer der AAGL-Busse und an die Teams der fünf Gastgeber-Brauereien, für die genussreichen Momente und gute Stimmung gesorgt haben.

Wie man zu Tickets für den Regio Brauereitag 2022 kommt? Unbedingt hier https://regio-brauereien.ch den Newsletter abonnieren, damit man auf dem Laufenden bleibt. Und wenn der Ticketverkauf startet muss man schnell sein. Dieses Jahr waren alle Tickets innerhalb von fünf Stunden ausverkauft! Dabei sein lohnt sich!

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