Bierenthusiastin und Diplom Biersommelière
Vor mehr als 20 Jahren sind mein Mann und ich auf einer Reise nach Australien das erste Mal mit Craftbier in Kontakt gekommen. Die Craftbier-Szene hat uns fasziniert und so wurde Bier, und alles was damit zu tun hat, zu unserer Passion. 2015 haben wir im Keller begonnen, eigenes Bier zu brauen und 2018 folgte die Ausbildung zur Diplom Biersommelière. Unsere Reise geht immer weiter.
Mitten in Trondheim ist die „Trondhjem Mikrobryggeri“, welcher wir am 9. Kreuzfahrttag einen Besuch abstatten. Es ist ein schönes, gemütliches Brewpub mit direktem Blick in die kleine Brauerei. Es gibt 9 Biere on tap. Die von uns probierten Biere waren fein-bitter, mit wenig Frucht und ziemlich schlank. Man erhält die Biere in drei verschiedenen Grössen: Snitt, Pint und Jumbo. Leider gibt es kein Tastingflight, damit man einen Überblick bekommen könnte. Evt wurde es uns auch nicht angeboten. Man kann aber jedes Bier vorher probieren, bevor man sich für eines entscheidet.
Die Macks Ølbryggeri ist eine Brauerei in Tromsø. Sie wurde 1877 von Ludwig Markus Mack, einem Bäcker aus Braunschweig (D), gegründet. Bei unserem Besuch haben wir viel über die Geschichte dieser Brauerei gehört und durften 2 Biere verkosten.
Angegliedert an die Brauerei ist die „Ølhallen“. Ein wirklich sehr schönes Braupub. Da wir noch mehr verschiedene Norwegische Biere probieren wollen, entscheiden wir uns für ein Norwegian-Tastingflight. 5 verschiedene Biere für NOK 300. Unsere Auswahl:
Nach unserer Nordland-Kreuzfahrt und dem Besuch der Craft Beer Days in Hamburg sind wir noch für einen Kurztripp nach Gouda gereist. Grund: In Holland gibt es einige sehr gute Brauereien und als erstes Stand die Trappistenbrauerei „La Trappe“ der Abtei Koningshoeven auf unserem Plan.
Die Holländischen Trappistenbiere sind bekannt für ihre Geschichte und die grosse Auswahl. So buchten wir eine Führung, um „La Trappe“ besser kennen zu lernen. Wir waren eine kleine Gruppe (8 Personen) und hatten einen tollen Guide, welcher uns mit viel Humor durch die Welt von La Trappe führte und uns viel über das Leben im Kloster erzählte. Gleich zum Start durften wir ein Getränk wählen, entweder vom Fass oder – nach professioneller Instruktion – selbst eingeschenkt aus der Flasche. So konnten wir genussvoll den Film schauen, der die Geschichte des Klosters zeigte.
Das Bierbrauen ist eine wichtige Einnahmequelle für die Mönche im Kloster und wird von ihnen selber gebraut bzw sie müssen am Brauprozess beteiligt sein. Der Erlös aus der Brauerei wird für soziale Zwecke verwendet. Die Sortenvielfalt ist sehr gross, weltweit gut 43 verschiedene Sorten Trappistenbier gibt es. Und oft ist ihr Alkoholgehalt hoch (6 – 12 %).
Bei „La Trappe“ gibt es verschiedene Arten von Führungen
Wir haben uns für die Führung mit Verkostung entschieden und durften nach dem Rundgang im Klostergarten Platz nehmen. Bei der Verkostung wurden uns die Biere von einer versierten und sehr sympathischen jungen Mitarbeiterin erklärt. Natürlich plagte uns der Hunger, so dass wir noch ein typisches Wurstbrett bestellten.
Ich durfte leider nicht so viel degustieren, da ich noch ins Hotel zurückfahren musste. Die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr (Bahn/Bus) wäre möglich gewesen, hat uns aber zu lange gedauert. Im Laden kauften wir aber noch ein wenig ein, so dass ich mich auf „La Trappe“ daheim freuen konnte.
Der Ausflug nach Berkel-Enschot hat sich auf jeden Fall gelohnt und können nun sagen, dass wir eine der 12 Trappistenbrauereien besucht haben.
Aus dem ehemaligen Hopper Bräu wurde die Landgang Brauerei. Sie ist relativ einfach zu finden und ist in einem Seecontainer (20 Fuss) untergebracht. Passt doch irgendwie zu Hamburg, oder?
Ab Zapfhahn gibt es immer 10 wechselnde Biere und ab und zu ist auch ein „Gast“ mit dabei. An der Bar wird man professionell beraten und erfährt viel über das Bier, welches man trinken möchte.
Dank dem schönen Wetter konnten wir unser „Tasting“ draussen machen.
Gestartet habe ich mit dem „Tutti Frutti Sour„. Einem – wie es der Name verspricht – sehr fruchtigen Sour .Erfrischend tropisch (Mango, Passionsfrucht). Danach wechselte ich zum „Amerikanischen Traum„, einem IPA. Kräftig bitter, mit intensiven Fruchtnoten von Citrus und roten Beeren und einem traumhaft harzigen Duft nach Pinien – genau so, wie ich es mag.
Der Abschluss krönte die „Dunkle Macht“ mit Slushy Topping. Schwarz wie die Nacht, rauchig (was mir sonst eigentlich gar nicht passt), mit Kaffee- und Schokoladennoten. Eigentlich das perfekte Winterbier. Mit dem Slushy Topping jedoch eine colle Sommererfrischung, die es in sich hat.
Unser Weg hat uns für einmal in die französische Schweiz geführt. Genauer gesagt nach Echallens. Gut 20 km von Lausanne entfernt befindet sich dieser Ort mit dem „Schloss Echallens“ und dem „Weizen und Brot Museum“. Das 4. FestiPiousse fand auf dem Place du Château statt. 12 Brauereien aus der Region haben ihre Biere präsentiert.
Es wurde kein Eintritt verlangt, einfach das Degustationsglas oder den Degustationsbecher musste gekauft werden (CHF 5.- / CHF 3.-). Für die Biere hat man direkt beim entsprechenden Stand bezahlt. In der Regel kostete 1 dl CHF 2.- bzw 2.5 dl für CHF 4.-. Da bei 1 dl immer gut eingeschenkt wurde, war das unsere bevorzugte Verkostungsgrösse.
Bei 7 Peaks hatte ich ein tolles WestCoast IPA
Noch nicht so viele Leute = sehr gemütlich
Don’t be a pig – drink one!
Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt; Hotdog, Mexikanisch, Hirschspezialitätenund sogar Racelette. Und wer lieber ein Glas Weisswein statt ein „Blanche“ wollte, bekam das natürlich an der „allgemeinen“ Bar. Bierneulinge konnten an einer begleiteten Verkostung teilnehmen (CHF 20.-). Man musste natürlich der Sprache mächtig sein, um alles zu verstehen. Zudem gab es ein Degustationsmenü, mit den passenden Bieren natürlich (Reservation erforderlich) Das Wetter hat super gepasst. Dank einer frischen Brise waren es angenehme 22 Grad. Die perfekte Degustationstemperatur!
Das FestiPiousse ist ein regionales Fest, an welchem man sich trifft um ein Bier zu trinken, einen Happen zu essen und miteinander zu plaudern. Es waren sehr viele Familien da, weil für die Kinder auch etwas geboten wurde (spezielle Unterhaltung mit Spielen und Basteln). Unser Ausflug hat sich gelohnt. Wir haben die „welsche“ Bierkultur erlebt, welche den Fokus auf andere Bierstile als wir Deutschschweizer setzt. à bientôt FestiPiousse