Mikkeller Beer Week & MBCC 2022 

Bei unserem letzten Besuch des Mikkeller Beer Celebration Copenhagen im Herbst 2021 sagte ich 30 Minuten nach Start der 1. Session: ‘Warum tue ich mir das an’. Gut 2 Stunden später stand für mich/uns fest, dass wir am MBCC 2022 auch wieder dabei sein werden. Ausserdem wollten wir auch die Mikkeller Beer Week miterleben. Und so kam es, dass wir uns am 10. Mai 2022 auf den Weg nach Kopenhagen machten, im Gepäck Gold-Tickets und ein fein ausgearbeitetes Programm. Dank der Jon Packer-App wussten wir schon im Vorfeld welche Biere am Festival sind bzw an den verschiedenen TOO bzw Bottle Releases präsentiert werden. Im Zusammenhang mit der Mikkeller Beerweek finden in verschiedenen Bars und Bottleshops in der Stadt TTO statt. Ausserdem freuten wir uns auf den Tagesausflug, welcher im Gold-Ticket inkludiert war. 

Tag 1 
Nach einem ruhigen Flug landen wir pünktlich in Kopenhagen, sind sehr schnell mit der Eisenbahn am Hauptbahnhof und nach einem kurzen Fussmarsch in unserem Hotel. Auch dieses Jahr haben wir das Hotel strategisch so gewählt, dass wir schnell in der Øksnehallen und wieder zurück sind. Rasch ist das Zimmer bezogen und schon geht es zur Mikkeller Bar Victoriagade, wo das Lua TTO stattfindet und wir in den Genuss der ersten Biere der Mikkeller Beer Week kommen. Selbstverständlich sind wir nicht die Einzigen, die in der Bar sind und zum Glück passt das Wetter, so dass wir draussen sitzen können

Tag 2 
Heute steht der Ausflug für die Gold-Ticket-Holder auf dem Programm. Um 11.00 Uhr ist Abfahrt bei Warpigs und wir sind bereits um 10.30 Uhr vor Ort, damit wir unser wristband und unsere Geschenktasche entgegennehmen können. Selbstverständlich sind schon andere Leute dort, welche bereits das 1. Bier in der Hand haben.

Pünktlich um 11 Uhr sind alle im Bus und als erstes bekommt jeder zwei Dosen Mikkellerbier und ein Mikkeller Glas. Ziel des Ausflugs: Das Gut Frederiksdal. Frederiksdal ist bis heute die einzige Winzerei, die nach den gleichen Verfahren Wein aus Kirschen herstellt, nach denen schon seit Jahrhunderten Traubenwein produziert wird. Auf Basis der Stevnskirsche, ausschliesslich aus eigenem Anbau, produziert das Gut Frederiksdal von Kritikern gefeierte und preisgekrönte dänische Qualitätsweine, welche sinnlich und komplex sind.

Unterwegs mit dem Bus zum Gut Frederiksdal. Nicht ohne Flüssiges, selbstverständlich.

Während der gut 2½-stündigen Fahrt öffnen einige unserer amerikanischen Sitznachbarn diverse Biere, die im engeren Umkreis herumgereicht werden – es ist also eine ziemlich genussvolle Fahrt. Beim Gut Frederiksdal werden wir freundlich begrüsst und schon gibt es die nächsten Mikkeller Biere und extrem leckere Sandwiches dazu. Später wird uns noch der Betrieb gezeigt und wir können diverse Produkte verkosten. Fazit: Kirschwein ist nicht so unser Ding.
Das Wetter zeigt sich von der besten Seite und so können wir die Kirschbäume, die in voller Blüte sind, bewundern.  

Auch auf der Rückfahrt gibt es wieder diverse Biere zu verkosten – unsere Nachbarn sind sehr grosszügig und ihr gekühlter Rucksack ist noch nicht leer. Um 18 Uhr sind wir zurück bei Warpigs und da der Ausflug doch etwas Hunger gegeben hat, gönnen wir uns noch ein typisches Warpigs-Blech mit Brisket, Pulled Porc, Kartoffelsalat und Cole Slawe. Dazu selbstverständlich ein Bier.

Danach geht es zu Himmeriget, einer Bar, die mit dem Bus in gut 15 Minuten vom Bahnhof erreichbar ist. Das TTO von Finback ist voll am Laufen und entsprechend hat es auch sehr viele Leute. Es gelingt uns aber noch einen Platz an einem Hochtisch zu ergattern. Es ist sehr viel los und es ist sehr laut. Dennoch kommen wir mit unseren Tischnachbarn ins Gespräch. Wir merken langsam, dass es ein langer Tag war. Bei den letzten zwei Bieren bekomme ich ein Durcheinander, welches welches ist, da beide Biere schwarz wie die Nacht sind.

Tag 3  Heute wollen wir weitere TTO besuchen. Zuerst decken wir uns im Lidl mit Wasser ein, damit während den nächsten Tagen nicht dehydrieren. Danach fahren wir mit dem Bus bis Nyhaven, einer der schönsten Strassenzüge Kopenhagens und flanieren entlang des Wassers in Richtung Meerjungfrau. Wir besuchen sie jedoch nicht, da wir davon ausgehen, dass es sehr viele Touristen haben wird – 2 Kreuzfahrtschiffe sind vor Anker und die Meerjungfrau gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten von Kopenhagen. Von der Haltestelle Nordre Toldbod nehmen wir das Boot bis Refshaleøen, da wir zu Baghaven wollen. Leider sind wir zu früh dort, es ist noch nicht geöffnet. Sind die Angaben auf der Homepage bzw im Facebook falsch? So spazieren wird durch diesen bunten Ort, vorbei an vielen Bars und Foodständen mit Essen aus aller Welt. Aber so früh am Morgen ist selbstverständlich noch nichts los. Am Abend geht hier sicher die Post ab.

So fahren wir mit dem Bus wieder zurück in die Stadt, denn das nächste TTO bei Himmeriget steht auf unserem Plan. Doch zuvor gönnen wir unseren Mägen in der Tivoli Food Hall eine feine Pizza. Schliesslich brauchen wir einen Boden für das TTO.

Als wir bei Himmeriget ankommen hat es schon sehr, sehr viele Leute, obwohl wir recht früh dort sind. Wir finden draussen auf einer Bank noch zwei freie Plätze. Der Wind ist zwar sehr unangenehm, aber was macht man nicht für tolle Biere von Alvarado Street?

Weiter geht es mit dem Bus zur Pedersen Bar zum Forager TTO. Diese Bar ist das Highlight unserer Reise. Nach dem Trubel und Lärm im Himmeriget ist es hier friedlich, da es nur wenige Gäste hat. Der Eingang zur Bar, welche sich in einem Kellergewölbe befindet, ist unscheinbar. Wir wären beinahe daran vorbei gegangen. Die Einrichtung ist absolut einmalig und es läuft coole Musik! Hier gefällt es uns und hier bleiben wir länger. Zum Bier bekommen wir noch automatisch Wasser und falls einem der kleine Hunger packt, gibt es auch Snacks zu essen.

Für das Nachtessen haben wir im Halifax, einem Burgerladen, reserviert. Der Hightech-Burger kommt schnell, ist aber geschmacklich kein Fastfood. Toll ist es, dass man sich den Burger selber zusammenstellen kann. Günstig ist es nicht, dafür sehr, sehr lecker! Für das letzte Bier gehen wir wieder in die Mikkeller Bar Victoriagade, wo das TOO von Voodoo und Mikerphone stattfindet. Auch hier hat es sehr viele Leute. Aber es werden für uns extra zwei Stühle draussen hingestellt, damit wir in aller Ruhe dem Treiben zusehen können.

Tag 4 – Start MBCC 2022
Heute geht es los! Wir frühstücken früh und ausgiebig, um eine gute Grundlage für den Tag zu schaffen. Da wir Gold-Tickets haben, können wir bereits um 09.40 Uhr in die Øksnehallen. So laufen wir um 09.20 Uhr beim Hotel los und kommen, ohne Anstehen, schnell in den Gold-Ticketholder-Wartebereich. Pünktlich um 09.40 Uhr ertönt der Gong und wir werden mit der Menge in die Halle getragen. Rolf und ich schwärmen los – Rolf zu Moksa und ich zu Pulpin Rock. Dann suchen wir uns einen Tisch, von welchem wir uns die nächsten 3 Stunden nicht mehr wegbewegen werden. Da wir je zwei zusätzliche Gläser mitgenommen haben, schwärmt Rolf noch zweimal aus, so dass wir schlussendlich vor 6 Gläsern zum Verkosten sitzen. Lasst die Spiele beginnen!!! Wie letztes Jahr bilden sich bei 3 Sons Brewing, Omnipollo und Bofkont lange Schlangen. Und bei Bofkont sind die Biere schon bald sold-out.

Dank unserer Planung sind wir sehr effizient und verkosten ca 27 Biere. Unsere Liste, die wir vorbereitet haben, bewährt sich. Um 13.30 Uhr gehen wir ausserhalb der Halle einen Hotdog essen und setzen uns ins Zelt. Zum Glück, denn dunkle Wolken sind aufgezogen und ein Gewitter bricht über Kopenhagen herein, inklusive Hagel!! Als es aufhört zu regnen nutzen wir die Chance, trockenen Hauptes ins Hotel zu kommen.

Nachdem wir uns ausgeruht haben, geht es zur nächsten Session, BLUE. Es hat merklich mehr Leute als am Vormittag. Trotzdem sind wir schnell in der Halle, schwärmen aus, sichern uns wieder einen guten Platz und los geht es in die zweite Runde. Wir schauen noch schnell bei Sudden Death Brewing vorbei und probieren die zwei NEIPAs, die sie dabeihaben. Beide sind fantastisch und können gut mit anderen NEIPAs mithalten. Unterdessen ist es laut geworden und auch hat es noch mehr Leute gegeben. Wir bleiben aber bis kurz vor 20 Uhr und gehen dann noch ins Warpigs. Auch dort finden wir rasch einen Platz, ich stehe aber gut 45 Minuten für das Essen an.

Tag 5  – 2. Tag MBCC 2022
Rolf geht es heute gar nicht gut. Er muss irgendetwas falsches gegessen haben. So führt mich der erste Weg kurz nach 09 Uhr in eine Apotheke, um etwas zur Linderung seiner Beschwerden zu kaufen. Was klar ist: ich werde wohl den zweiten Tag – notabene mein Geburtstag – alleine auf Verkostungstour gehen. So bin ich kurz nach 10 Uhr in der Øksnehallen und gönne mir 10 Biere. Danach brauche ich eine Siesta. Zum einen, um nach Rolf zu schauen und zum anderen Energie für die letzte Session zu tanken. Um 16.45 Uhr bin ich wieder zurück am MBCC 2022 und es hat noch mehr Leute als gestern Nachmittag und es ist noch lauter. So pendle ich zwischen Anstehen für ein Bier und gemütlich draussen die Sonne geniessen hin- und her. Ich esse wunderbare Empanadas gefüllt mit roten Bohnen, Koriander und Chicken und probiere mich nach Lust und Laune durch verschiedene Biere.

Es hat wirklich viele Leute und es wird auch viel getrunken. Einige Brauereien haben schon kein Bier mehr und bei Omnipollo und 3 Sons stehen sie immer noch an. Ich sehe nochmals Oliver von Sudden Death und er sagt mir wieder, dass wir melden sollen, wenn wir mal nach Lübeck kommen würden.


Tag 6 – Heimflug
Zum Glück geht es Rolf besser und er kann sogar wieder etwas essen. Wir sind frühzeitig am Flughafen und das ist auch gut so. Wir stehen gut 1 ¼ an, bis wir durch den Security-Check sind. Aufgrund Corona fehlt dem Flughafen immer noch Personal, darum kommt es bei Grossandrang zu Verzögerungen. An der Mikkeller-Bar gönne ich mir noch ein letztes IPA und schon bald sitzen wir im Flieger, heim nach Zürich. Von meinen gewechselten 300 Dänischen Kronen hab ich immer noch 200 übrig, da ich im Zollfrei nichts nützliches zu kaufen gefunden habe.

Fazit
Es war auch dieses Mal wieder fantastisch an diesem einzigartigen Festival teilnehmen zu können. Ob wir wieder kommen? Wer weiss.

Ob sich die Goldtickets lohnen? Eigentlich nur wenn man auch am Ausflug teilnehmen kann. Dann ist es – zusammen mit den goodies die man bekommt – seinen Preis wert.

Gute Planung ist die halbe Miete. Will man möglichst viel aus der jeweiligen Session herausholen ist es hilfreich, sich vorzubereiten.

Mehrere Gläser sind von Vorteil. Kann man diese beschriften (zB mit Post-It), bekommt man kein Durcheinander wenn man verschiedene Biere verkosten und dann bewerten will.

Unbedingt die TTO besuchen. Zum einen sieht man etwas von der Stadt. Zum anderen lernt man tolle Leute kennen.

Und das Allerwichtigste: Viel, wirklich viel Wasser trinken!!

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